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Japanaustausch
Japanaustausch

Japanaustausch

  • Japanaustausch

    Japanaustausch

    • 2018

       

      Zu Besuch in Japan

      Nach dem ersten Weltkrieg gab es in Japan mehrere Kriegsgefangenenlager mit deutschen Insassen. Das Lager Band? beherbergte etwa 950 Soldaten und hatte einen liberalen Ruf. Die Gefangenen bauten ihr eigenes Dorf innerhalb der Zäune. Durch Handel entstand Kontakt zu umliegenden Dörfern. Es wurde unter anderem auch ein Orchester von der Gefangenen gegründet. Dieses führte am 1. Juni 1918 Beethovens 9. Sinfonie auf, die erste Aufführung dieses Werks in ganz Asien. Mittlerweile ist es 100 Jahre her und zu diesem Jubiläum lud die Präfektur Tokushima 100 niedersächsische Schüler ein, mit 3000 anderen Sängern Beethovens 9. aufzuführen. Am 8. Februar reisten wir, 25 Schüler und Schülerinnen des technischen Gymnasiums, für eine Woche nach Japan, um an diesem Event teilzunehmen. Es war ein unglaubliches Erlebnis, mit so vielen Menschen einen Chor zu bilden und von dem Dirigenten Kazuyoshi Akiyama geleitet zu werden. Während unseres Aufenthalts in Japan besuchten wir auch ein Neujahrskonzert des Dirigenten. Außerdem besichtigten wir das Deutsche Haus in Naruto, welches dem Lüneburger Rathaus nachempfunden wurde und in der Nähe des alten Lagers liegt. Für uns alle war es ein interessanter Aufenthalt, welchen wir nicht so schnell vergessen werden.

    • 2015

      Gemeinsam voneinander lernen - Schüler der BBS Brinkstraße zu Gast in Japan

      Am Ende wollten sie gar nicht wieder nach Hause: Acht Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Technik der BBS Brinkstraße waren nach einem einwöchigen Aufenthalt (07.-14.11.2015) voller interessanter Eindrücke und Erfahrungen so von der Herzlichkeit der japanischen Gastgeber beeindruckt, dass der Aufbruch zur 24-stündigen Heimreise sehr schwer fiel.

      Hinter den Schülerinnen und Schülern lag eine spannende Woche, die mit einem warmen Empfang in der Turnhalle der Tokushima Prefectural High School of Science and Technology, der Partnerschule der BBS Brinkstraße im Südwesten Japans begann und durch diverse Firmenbesichtigungen und kulturelle sowie sportliche Aktivitäten abgerundet wurde.

      Den Hintergrund dieses Austausches bildet ein Staatsvertrag aus dem Jahr 2007 zwischen dem Land Niedersachsen und der Präfektur Tokushima, die besondere historische Beziehungen zu Deutschland hat. Die sehr menschliche und zu diesen Zeiten ungewöhnlich respektvolle Behandlung von rund 1000 deutschen Soldaten im Kriegsgefangenenlager Bando - auf dem Gebiet der heutigen Stadt Naruto - während des Ersten Weltkrieges ermöglichte die Kontaktaufnahme und den kulturellen Austausch der deutschen Lagerinsassen mit der japanischen Bevölkerung in der Umgebung des Lagers. Die deutschen Soldaten waren zu Beginn des Ersten Weltkriegs aus der damaligen Kolonie in Tsingtau/China in japanische Kriegsgefangenschaft gekommen. Aus anfänglicher Ablehnung und Skepsis entstanden tiefe Freundschaften zwischen Japanern und Deutschen. Das Lager in Bando existierte von 1915-1918. In dieser Zeit entwickelte sich aus dem Kriegsgefangenenlager eine Art „deutsches Dorf“ mit traditioneller Handwerkskunst, die bis in die Gegenwart bestand hat. Noch heute gibt es eine deutsche Bäckerei in Naruto. Das Lager besaß sogar ein Orchester, das Beethovens 9. Sinfonie in Asien uraufführte.

      Aufgrund dieser Bande wurde in den 1970er Jahren das "Deutsche Haus" in Naruto errichtet, in dem nun der Höhepunkt des Austausches stattfand: Eine gemeinsam von japanischen und deutschen Schülerinnen und Schülern gebaute Gedenktafel aus Edelstahl wurde in einem feierlichen Festakt im Beisein des Vize-Gouverneurs der Präfektur, Herrn Kouzou Kumagaya, übergeben. In kurzen Ansprachen würdigten er sowie Schulleiter Yoshihito Mima die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Dienste der Partnerschaft zwischen den Ländern, während der stellvertretende Schulleiter der BBS Brinkstraße, Dr. Frank Baller das gemeinschaftliche „voneinander Lernen“ im Rahmen des gemeinsamen Projektes in den Vordergrund stellte. Über die Einweihung der Gedenktafel berichtete sogar ein japanischer Fernsehsender, der deutsche und japanische Schüler für den Beitrag interviewte. Nachdem bei einem Besuch der japanischen Schülerinnen und Schüler im vergangenen Dezember in Osnabrück ein erster Entwurf der Gedenktafel in der BBS Brinkstraße entwickelt und ein Modell erstellt wurde, konkretisierte sich

      das Projekt in den Folgemonaten durch die Anfertigung eines digitalen CAD-Modells, der Planung der Fertigung sowie der Erstellung von Fertigungsunterlagen für einzelne Bestandteile der Tafel. Die Grundplatte der Tafel wurde daraufhin in Japan gefertigt, sämtliche Anbauteile wurden von den Schülerinnen und Schülern der BBS Brinkstraße sowohl in der Schule, als auch in Unternehmen der Region gefertigt. Die Endmontage erfolgte dann im Vorfeld der Übergabe in der High School bei der sich zeigte, dass der Informationsaustausch in den vergangenen Monaten gut funktionierte: alle Teile passten. Die fertige Gedenktafel zeigt nun den Grundriss des ehemaligen Lagers Bando. Zu erkennen sind die Anordnung der Barracken, die beiden Seen sowie die Begrenzung des Lagers.

      Die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Technik kehrten tief beeindruckt nach Osnabrück zurück. Als besonders eindrucksvoll wurde auch die Unterbringung in den japanischen Gastfamilien empfunden, wo die Schüler Einblicke in die japanische Kultur gewinnen konnten und sich neue Freundschaften entwickelt haben.

      Beide Schulen haben den Mehrwert und Gewinn dieses Austausches auf unterschiedlichen Ebenen erkannt und sind fest entschlossen, die Partnerschaft fortzuführen und neue gemeinsame Projekte zu planen, so dass Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums im kommenden Jahr erneut japanische Gäste in Osnabrück begrüßen und aufnehmen können, um anschließend wieder die Partnerschule in Tokushima zu besuchen.