Berufsbildende Schulen des Landkreises Osnabrück

undefinedQuelle Text: Neue Osnabrücker Zeitung, 11.02.2016

Über zwei Stunden hatte Ministerpräsident Stephan Weil sich Zeit genommen, um die Berufsbildenden Schulen des Landkreises Osnabrück an der Brinkstraße zu besuchen. Bei einem Rundgang durch das schuleigene Innovationszentrum für Mechatronik und Robotiksysteme sprach Weil mit den jungen Auszubildenden über ihre Motivationen und Perspektiven.
Anschließend diskutierte er mit Amazone-Geschäftsführer Christian Dreyer und Claas-E-Systems-Geschäftsführer Carsten Hoff über Fragen der Agrartechnik 4.0. 

 

SPD-Bundestagsabgeordneter Rainer Spiering hatte Weil nach Osnabrück eingeladen und für den Besuch seine ehemalige Arbeitsstätte, die BBS Brinkstraße, ausgesucht. Schulleiter Johannes Brockmeyer und sein Kollegium freuten sich sehr über diesen ersten Besuch eines Ministerpräsidenten an der Berufsschule.
In seiner Begrüßungsrede hob Brockmeyer besonders die internationale Vernetzung der Schule und die zahlreichen Kooperationen mit Technologieunternehmen aus der Region wie Krone, Amazone, Claas und anderen, der Hochschule Osnabrück und dem Schüler-Forschungs-Zentrum hervor. „Unsere Schule versteht sich als innovatives Berufsbildungs- und Technologiezentrum für die Berufsfelder Metalltechnik, Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik und Naturwissenschaften sowie für die Bereiche Informationstechnik, Versorgungstechnik und Mechatronik“, zitierte Brockmeyer aus dem Leitbild der Schule. Das schuleigene Innovationszentrum für Mechatronik und Robotiksysteme (IMR) rege begabte Auszubildende der genannten Fachrichtungen im Rahmen einer „Excellence Initiative“ dazu an, eigene Projekte rund um das Thema Industrie 4.0 zu entwickeln.
Die beiden Mechatronik-Auszubildenden Kai Averwerser (Volkswagen Osnabrück) und Jens Thüner (Poppensieker & Derix) zeigten Weil anschließend eine selbst programmierte Produktionsanlage für Micro-Controller. „Ziel des Ganzen ist es, mit den Erkenntnissen und Kompetenzen, die wir hier erlangen, später einmal Innovationen in unseren Unternehmen anschieben zu können“, erläuterte Averwerser. Noch seien sie aber ganz am Anfang, und der Spaß am Forschen an neuen Technologien stehe im Vordergrund.
Im Anschluss an den Rundgang hatte die BBS Weil zu einer Podiumsdiskussion zum Thema Agrartechnik 4.0 in die Aula eingeladen. Claas-E-Systems-Geschäftsführer Carsten Hoff, der designierte Chef des neuen Unternehmenssitzes in Dissen, sprach in einem Impulsvortrag über die vernetzte Landwirtschaft der Zukunft, in der Landmaschinen weitgehend selbstständig miteinander kommunizieren.
Datensicherheit, effizientes Nährstoffmanagement, Spekulanten-Interessen und Lebensmittelpreise waren die zentralen Themen im gemeinsamen Gespräch mit Weil und Amazone-Chef Dreyer.
Die Schüler, die zum Abschluss einbezogen wurden, ergriffen für die Kleinbauern der Region Partei, denen es zunehmend schlechter gehe, auch weil sie sich keine hochmodernen Landmaschinen leisten können. Weil empfahl ihnen, sich zu Genossenschaften zusammen zu schießen, um gemeinsam Maschinen zu nutzen. Und auch, sich für reelle Lebensmittelpreise einzusetzen.

Autorin/Autor: Andreas Böhne

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