Berufsbildende Schulen des Landkreises Osnabrück

Fremdsprache Englisch

In einem vereinten Europa mit der Möglichkeit zur freien Wahl des Wohnortes und des Arbeitsplatzes, dem ungehinderten Austausch von Wissen, Informationen und Nachrichten, ist es wichtiger als je zuvor, Fremdsprachen sicher zu beherrschen. Für  Schülerinnen und Schüler ist heute eine fundierte Studien- und Berufswahl ohne die modernen Sprachen kaum mehr denkbar.
Den institutionellen Stellenwert der Fächer Englisch sowie Französisch und Spanisch definieren Verordnungen für Vollzeitschulformen und Berufsschulen eindeutig. Die aktuelle Diskussion der Erfordernisse moderner beruflicher und allgemeiner Bildung thematisiert die stärkere Implementierung der Allgemeinbildung in die berufliche Bildung, da die Entwicklung der Berufe eine differenzierte kommunikative Kompetenz in Deutsch und mindestens einer Fremdsprache unverzichtbar macht.
Die allgemeine Bildung, zu der die Sprachen gehören, stärkt die Lernenden in erster Linie in individuellen Sprechabsichten. Mit dem Abschluss einer allgemeinbildenden Schule ist dieser Prozess jedoch nicht beendet. Die sprachliche Bildung an berufsbildenden Schulen ergänzt die bislang erworbene kommunikative Kompetenz nicht nur durch Vermittlung von Fachsprache, mit deren Beherrschung die Lernenden bessere Lernerfolge im Fachunterricht erzielen. Vielmehr versetzt sie die Lernenden in Sprechsituationen, die sich an komplexen beruflichen und betrieblichen Inhalten, Erfordernissen und Konventionen und der allgemeinen Entwicklung am Arbeitsmarkt orientieren. Der Sprachunterricht ist somit ein elementarer Teil der beruflichen Sozialisation und unterliegt ebenso wie die fachliche Weiterqualifizierung einem lebenslangen Lernprozess.

 

Folgende Rahmenbedingungen gelten für den Fremdsprachunterricht:

  • Alle Inhalte müssen immer und unbedingt sachlich richtig dargestellt sein.
  • Kommunikationspartner sind anonym und treten als Sprecher in sozialen Rollen auf, die kein persönliches, sondern ausschließlich objektives Interesse an der Sprechsituation haben. SchülerInnen lernen in diesem Sinne rollenkonforme Kommunikation, die neben  rein sprachlichen auch moralische, ethische, ästhetische und international verschiedene kulturelle Aspekte enthält.
  • Der Erwerb von Sprachkenntnissen lebender Sprachen ist nie abgeschlossen. Damit fördert der Sprachunterricht die Einsicht der Lernenden die Notwendigkeit lebenslangen Lernens.


Die nationalen wie internationalen beruflichen Situationen erfordern den Erwerb folgender Kommunikationsanlässe in der Fremdsprache:

  • den beruflichen Alltag sprachlich bewältigen,
  • alltägliche und berufliche Situationen miteinander angemessen verbinden,
  • mehrere Sprachebenen beherrschen,
  • berufliche Situationen unter verschiedenen - nationalen und internationalen - Standpunkten sprachlich reflektieren,
  • Gespräche selbständig gestalten (anstatt nur zu reagieren),
  • wissenschaftliche Texte selbständig erfassen, verarbeiten und verfassen,
  • an wissenschaftlichen Disk.

Der Unterricht wird durch entsprechende Auswahl der Inhalte, Medien und Methoden diese Ziele unter Einhaltung der institutionellen Vorgaben umsetzen.
In den Berufsschulklassen ermöglicht die Teilnahme am Englischunterricht die Erlangung des erweiterten Sekundarabschlusses I, d.h., dieser Abschluss dient dazu, später die gymnasiale Oberstufe besuchen zu können.  Dieser schulische Abschluss kann nur dann erteilt werden, wenn das Fach Englisch durch Unterricht in der Berufsschule mit mindestens einer Jahreswochenstunde und mindestens befriedigenden Leistungen nachgewiesen wird (andere Englischnoten aus abgebenden Schulen zählen nicht!). Dazu kommt, dass das Berufsschulabschlusszeugnis insgesamt einen Gesamtnotendurchschnitt von 3,0 aufweisen muss.
Alle Schülerinnen und Schüler (auch ausländischer Herkunft) müssen sich laut den Rechtsbestimmungen ernsthaft um die Beseitigung der Defizite in der zu erlernenden Fremdsprache durch Nutzung aller schulischen und auch außerschulischen Angebote bemühen. Bei genügend interessierten Schülern und Schülerinnen wird ein Anfängerkurs in Englisch angeboten, der evtl. außerhalb des regulären Unterrichts stattfindet.
Seit 2003 haben Auzubildende Chemielaboranten und Chemielaborantinnen erfolgreich an der KMK Zertifizierung Fremdsprachen (Englisch) teilgenommen. Mit diesem Zertifikat fördert die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland den Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen im Rahmen der beruflichen Erstausbildung. Die Prüfung wird auf der mittleren Niveaustufe abgelegt. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die Auszubildenden weisen Kompetenzen in vier Gebieten nach:

  1. Rezeption (Fähigkeit, gesprochene und geschriebene fremdsprachliche Mitteilungen zu verstehen)
  2. Produktion (Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich in der Fremdsprache zu äußern)
  3. Mediation (Fähigkeit, durch Übersetzung oder Umschreibung mündlich oder schriftlich zwischen Kommunikationspartnern zu vermitteln)
  4. Interaktion (Fähigkeit, Gespräche zu führen und zu korrespondieren)

Die Prüfung kann in drei Niveaustufen abgelegt werden.
Es wird angestrebt in weiteren Berufsschulklasse die Teilnahme an der  KMK Zertifizierung Fremdsprachen (Englisch) anzubieten.

Autorin/Autor: BBS Brinkstrasse

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